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„Sehr nahe an der Erde“: Neu entdeckter Exoplanet stinkt schlimmer als Uranus

Der Exoplanet HD-189733b zeichnet sich durch einige interessante Merkmale aus. Er ist extrem heiß und verströmt einen starken Gestank.

Exoplanet vor einer kosmischen Wolke
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Außerirdisches Leben finden: Forscher glauben an Aliens

Forscher suchen schon lange nach außerirdischem Leben im Universum.Dabei gehen sie nicht von den Aliens aus, wie sie uns Hollywood bislang verkauft hat.Von kleinen grünen Männchen und Marsmenschen ist dieser Vorstellung weit entfernt.

Forschende haben auf dem Exoplaneten HD-189733b Wasserstoffsulfid entdeckt, der wie faule Eier riecht, ähnlich wie Uranus. Diese Entdeckung durch das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) liefert neue Informationen über die chemische Zusammensetzung ferner Planeten. HD-189733b ist ein Jupiter-großer Körper, der 64,5 Lichtjahre von der Erde entfernt ist und seinen Stern sehr nah umkreist.

Exoplanet HD-189733b ist ein heißer Jupiter

Die enge Umlaufbahn des Planeten führt zu Temperaturen von mehreren tausend Grad Celsius, was ihn unbewohnbar macht. Das Vorhandensein von Wasserstoffsulfid hilft, die Rolle von Schwefel in den Atmosphären von Exoplaneten zu verstehen. Guangwei Fu von der Johns Hopkins University erklärte im Rahmen einer Pressemitteilung der Universität, dass dies der erste klare Nachweis von Wasserstoffsulfid außerhalb unseres Sonnensystems sei.

Technologische Fortschritte ermöglichen seit den 1990er Jahren die Entdeckung tausender Exoplaneten. Transits, bei denen ein Körper zwischen seinem Stern und der Erde vorbeizieht, helfen, die Atmosphären dieser Planeten zu studieren. Das Licht des Sterns verändert sich, wenn es durch die Atmosphäre geht und zeigt das Vorhandensein verschiedener Moleküle.

HD-189733b wurde gut untersucht, da er nahe ist und einzigartige Merkmale wie eine dicke Atmosphäre und starke Winde aufweist. Das JWST hat Wasser, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und Wasserstoffsulfid in seiner Atmosphäre gefunden. Das Fehlen von Methan entspricht den Erwartungen für heiße Jupiter, da hohe Temperaturen seine Bildung verhindern.

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„Ergebnisse unterstützen unser Verständnis“

Die Studie zeigt auch, dass HD-189733b eine höhere Konzentration schwerer Elemente hat als sein Stern. Das deutet darauf hin, dass der Planet nach seiner Bildung einen erheblichen Anreicherungsprozess durchlief.

„Die Ergebnisse unterstützen unser Verständnis davon, wie Planeten entstehen, indem sie nach der anfänglichen Kernbildung mehr festes Material bilden und dann auf natürliche Weise mit Schwermetallen angereichert werden“, betonte Fu.

Als nächstes suchen die Forschenden nach Schwefel auf anderen heißen Jupitern. Diese Exoplaneten könnten mehr über die Planetenbildung und -wanderung offenbaren, wenn Schwefel häufig vorkommt. Die Entdeckung von Wasserstoffsulfid auf HD-189733b zeigt die unwirtlichen Bedingungen dieser fernen Welten und bietet wertvolle wissenschaftliche Einblicke.

Quellen: Johns Hopkins University; „Hydrogen sulfide and metal-enriched atmosphere for a Jupiter-mass exoplanet“ (Nature, 2024)

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