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Archäologischer Fund mitten in Deutschland: Forscher entdecken Jahrtausende alte Gräber

Schon vor Tausenden von Jahren lebten Menschen im Gebiet des heutigen Mitteldeutschlands. Bis heute lassen sich Spuren von ihnen tief versteckt im Erdboden finden.

KI-generiertes Bild eines Totenkopfs in einer Höhle.
© nattapon - stock.adobe.com

Die 5 wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten

Jahrtausende menschlicher Kultur bringen auch nach langer Zeit immer wieder erstaunliche Erkenntnisse hervor.Wir zeigen dir die fünf wichtigsten archäologischen Funde aller Zeiten.

Eigentlich sollen die Arbeiten am SuedOstLink dafür sorgen, dass die Energiewende in Deutschland bald schneller vorangeht. Doch bevor die Grabungen für die neuen Stromleitungen beginnen, hat ein Forschungsteam sich zur Aufgabe gemacht, den Boden zunächst auf archäologische Funde zu untersuchen. Nun haben sie so tatsächlich eine erstaunliche Entdeckung ans Tageslicht gebracht.

Archäologischer Fund in Sachsen-Anhalt

Bei dem über 4.000 Jahre alten archäologischen Fund, handelt es sich um Gräber aus der sogenannten Glockenbecherkultur. Diese wurden nahe Förderstedt im Salzlandkreis entdeckt. Die Glockenbecherkultur verbreitete sich ab 2.500 vor Christus in ganz Europa und ist tatsächlich nach der charakteristischen Form ihrer Keramikgefäße benannt.

An der Art, wie die Menschen bestatten wurden, konnten die Forscher*innen die Gräber eindeutig auf diese zurückführen. Die Glockenbecherkultur beerdigte ihre Toten in hockender Seitenlage, differenziert nach Geschlecht: Frauen lagen auf der rechten Seite mit dem Kopf nach Süden, Männer auf der linken Seite mit dem Kopf nach Norden. Der Blick ging dabei stets nach Osten, wie es in der Pressemitteilung heißt.

Bei Förderstedt wurden entlang der Route des SuedOstLink mindestens zehn solcher Gräber entdeckt. Drei davon lagen ursprünglich unter einem Grabhügel und werden derzeit freigelegt. Sie wurden in etwa zwei Metern Tiefe gefunden und sind zur großen Freude der Forscher*innen gut erhalten. Zudem war eines der Gräber mit einem Glockenbecher ausgestattet, der vermutlich Nahrungsmittel enthielt.

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Zahlreiche Artefakte in den Gräbern entdeckt

Doch die Bestattungen verrieten noch mehr über die uralte Kultur. So wurde in einem Grab, das aufgrund der linken Seitenlage zu einem Mann gehörte, ein Handgelenkschutz gefunden. Er besteht aus gotländischem Sandstein und wurde verwendet, um den Unterarm beim Abschuss von Pfeilen zu schützen. Auch wenn keine Pfeile oder Bogen im Grab gefunden wurden, sind sich die Forscher*innen sicher, dass es sich hierbei um einen Krieger oder Jäger handelt.

In einem weiteren Grab konnten jedoch Überreste der Waffen entdeckt werden. Die dort bestattete Person lag ebenfalls auf der linken Seite, war also vermutlich männlich. Neben seinem Rücken wurden in einer Verfärbung des Bodens zwei Pfeilspitzen gefunden, die auf einen früheren Köcher aus organischem Material hinweisen könnten.

Susanne Friedrich, Leiterin der Abteilung Archäologische Denkmalpflege beim LDA Sachsen-Anhalt hebt dabei die Bedeutung des archäologischen Fundes hervor: „Nachweise für organische Objekte, wie der hier entdeckte mögliche Köcher, sind sehr selten. Das macht diesen Fund so besonders.“

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

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