Bei einem archäologischen Fund in der Region Tuscia in Norditalien konnten Forscher*innen ein außerordentliches Grab freilegen. Dieses erzählt eine beeindruckende Geschichte über den kulturellen Reichtum einer heute fast unbekannten, antiken Zivilisation.
Archäologischer Fund: Grab-Inception
In der Region Tuscia gibt es eine riesige Fundstätte, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass dort viele antike Gräber entdeckt werden konnten. Aus diesem Grunde spricht man dort von einer „Nekropole“, wörtlich „Totenstadt“, die in der Antike als eine Art Friedhof diente. Genau dort konnten Forscher*innen nun einen weiteren archäologischen Fund machen, der tiefer lag als die restlichen Gräber in der Gegend. Auch hierbei handelt es sich um eine Ruhestätte, die allerdings aus einem völlig anderen Kontext stammt.
Denn wie die Bürgerzeitung Tuscia, das Veröffentlichungsmedium des verantwortlichen Amtes, angibt, stammt der archäologische Fund aus etruskischer Zeit. Das ist deswegen bemerkenswert, weil über die Etrusker heute nur sehr wenig bekannt ist. Sie lebten bis zum sechsten oder fünften Jahrhundert vor Christus (v. Chr.) im heutigen Italien, bis sie vom damals noch winzigen Römischen Reich erobert wurden. Bis heute halten sich hartnäckig Theorien, dass die Römer ihre Erfolge vor allem bei der etruskischen Kultur abgeschaut haben.
Doch nicht nur aufgrund der Zugehörigkeit zu der uralten Kultur, die mit der Ausbreitung Roms schnell verschwand, ist der archäologische Fund bedeutungsvoll. Auch die immense Hingabe, mit der die Wandmalereien und Fresken in dem Grab angefertigt wurden, verblüfft die Forscher*innen: So erklärte eine von ihnen, Margherita Eichberg, die Kunstwerke hätten „ein außergewöhnliches Niveau“.
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„Breaking Bad“ in der Antike?
Unter den Malereien im archäologischen Fund ist neben vielen anderen auch eine Darstellung eines Labors zu entdecken. Was dort hergestellt wird, ist nicht klar nachzuvollziehen. Eine antike Drogenküche ist es eher nicht, aber es könnte ein Hinweis auf den mythischen Gott der Etrusker, Sethlan, sein. Dieser besaß laut der Legende eine Küche, in der er allerlei Zutaten für seine Tränke bereitete. Es ist aber auch denkbar, dass es sich um eine Darstellung einer Werkstatt handelt, die der oder dem Bestatteten gehörte.
Auch auf die begrabene Person gibt es einen Hinweis, auch wenn deren Überreste kaum noch aufzufinden waren. So ist in den Fresken eine junge Frau dargestellt, die von Männern umgeben ist und in deren Nähe Menschen auf Flöten spielen und tanzen. Durch die Position der Frau könnte es sich hier um die Bestattete handeln, oder aber auch eine wichtige Person der damaligen Zeit. In jedem Fall trägt der archäologische Fund wichtige Erkenntnisse zur Erforschung der etruskischen Kultur bei.
Quellen: Bürgerzeitung Tuscia
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