Kaum ein Ort im Universum ist für die Forschung so interessant wie der Mars. Bei dem Planeten handelt es sich um unseren nächsten Nachbarn, der eine eigenartige Geschichte hinter sich hat. Aber möglicherweise könnte es dort immer noch Leben geben.
Erdbeben auf dem Mars: Sie lassen tief blicken
Es ist nicht leicht, herauszufinden, ob auf dem roten Planeten, unserem nächsten Nachbarn, Leben vorhanden ist. Dass es einmal echte Lebewesen auf dem Mars gab, wird in der Forschung mittlerweile kaum noch bestritten. Doch wie verhält es sich heute? Dieser Frage ging ein japanisches Team nach, und wählte einen ungewöhnlichen Weg. Die Ergebnisse dabei sind überraschend – offenbar könnte es wirklich immer noch atmende Wesen auf dem Himmelskörper geben.
Die Voraussetzung dafür wäre die Existenz von flüssigem Wasser, egal ob auf der Oberfläche oder darunter. Um dies zu ermitteln, gibt es viele Wege. Die Forscher*innen entschieden sich dafür, seismische Daten vom Mars zu nutzen, wie sie in ihrer Studie angeben. Denn schon seit einigen Jahren befindet sich das SEIS-Messgerät auf der Oberfläche, das die Wirkung von kleinen Beben beobachten kann.
Bei der Analyse der Daten, die aus dem kleinen Messgerät gezogen werden konnten, stießen die Wissenschaftler*innen nun allerdings auf eine Anomalie. Offenbar traten besondere Wellen auf, die normalerweise nicht durch eine komplett trockene Erdkruste entstehen können. Das lässt nur zwei Schlussfolgerungen zu: Entweder stimmen die Theorien nicht, oder es gibt tatsächlich flüssiges Wasser in der Kruste des Mars.
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Sie leben unter der Erde
Um ihre Hypothese, dass es wassergefüllte Schluchten tief in der Unterwelt des Mars geben könnte, nahm das japanische Team einige weitere Analysen vor. So testeten sie, wie die seismischen Signale unter Laborbedingungen aussehen müssten, um diese erneut mit der Wirklichkeit auf dem roten Planeten zu vergleichen. Doch sie kamen zu demselben Ergebnis.
In der Kruste des Mars gibt es demnach einen Bereich zwischen zehn und zwanzig Kilometern Tiefe, in dem sich Wasser finden lassen müsste. Das Besondere dabei ist: Wasser ist die einzige fehlende Voraussetzung auf dem roten Planeten, damit dort Leben zumindest in Bakterienform existieren könnte. Es ist also nicht auszuschließen, dass tief unter der rötlichen Erde ein reiches Biotop zu entdecken ist.
Quellen: „Seismic discontinuity in the Martian crust possibly caused by water-filled cracks“ (Geology, 2024)
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